Heitlinger Weinbusiness Blog
„Wein jammern – oder machen?“ – Ein Weckruf für Winzer und Investoren
Ein Kommentar von Erhard Heitlinger, Heitlinger Weinbusinessberatung
zum Artikel von Harald Scholl (stellvertr. Chefredakteur) im Vinum Magazin (September 2025): https://www.vinum.eu/de/magazin/klartext/2025/wein-jammern-oder-machen/
In seinem Klartext-Beitrag „Wein jammern – oder machen?“ spricht Harald Scholl ohne Umschweife die harte Realität an, in der sich die Weinbranche 2025 befindet. Und er legt den Finger genau in die Wunde: Zu viel Klagen – über Bürokratie, Preisverfall, Überproduktion oder Klimawandel –, zu wenig Zukunftsdenken. Gleichzeitig sieht er enormes Potenzial zur Erneuerung.
Was sagt Scholl wirklich? – Kurz zusammengefasst
- Die Branche jammert zu viel, so Scholl: Winzer beklagen Preisverfall, zu viel Regulierung, verändertes Konsumentenverhalten – doch selten hinterfragen sie sich selbst.
- Neue Genussformen gewinnen Raum: Alkoholfreie Varianten, fermentierte Getränke, breitere Produktpaletten. Die Weinwelt steht vor einem Umbruch, und Scholl mahnt, dass viele Winzer noch im alten Denken verharren.
- Mangelnde Vision: Statt sich als Kulturmedium zu begreifen, agiert Wein oft noch als rein agrarisches Produkt. Scholl nennt Projekte wie „The Wineparty“, die radikal denken und den Wein wieder als verbindendes, soziales Element positionieren möchten – nicht nur als Luxusgut.
- Appell zum Handeln: Scholl fordert weniger Selbstmitleid, mehr Selbstbewusstsein. Er plädiert dafür, neue Formate zu schaffen – Weinbars ohne traditionelle Flaschenstruktur, unterhaltsame Kommunikationsformate, kreative Preisstrategien.
- Selbstveränderung statt Schuldzuweisungen: Er erinnert Winzer daran, dass der Wandel nicht immer Verzicht bedeuten muss, sondern eine Chance – ein neues Weinbild zu zeichnen, das neugierig macht und verbindet.
Warum dieser Beitrag von enormer Bedeutung ist
Als Berater, der seit Jahrzehnten in der Weinbranche unterwegs ist, sehe ich Scholls Klartext als dringend nötigen Weckruf. Gerade Winzer, die derzeit in Verteidigungsposition verharren, laufen Gefahr, den Wandel zu verpassen – während genau jetzt das Potenzial für antizyklische Investitionen besonders groß ist.
Für Winzer heißt das konkret: Hören Sie auf, ausschließlich über äußere Probleme zu klagen. Hinterfragen Sie stattdessen, wie Sie Ihre eigene Haltung, Ihre Strategie, Ihre Kommunikation wandeln können – hin zu einem modellhaften Weinunternehmen, das nicht nur produziert, sondern begeistert, verbindet, inspiriert.
Für Investoren wiederum liegt hier eine seltene Gelegenheit: Wenn die Branche sich selbst neu erfindet, entstehen Räume für sinnvolle, nachhaltige Investments. Ein Weingut zu kaufen, heißt nicht nur, ein Stück Land oder ein Geschäft zu übernehmen – es bedeutet, Teil einer kulturellen Transformation zu werden. Genau hier setzt mein Beratungsansatz an: Ich begleite Käufer mit Kapital UND Vision.
Meine Einschätzung & mein Appell
Ich stimme Harald Scholl in seiner Analyse voll zu: Der Weinmarkt kann sich grundlegend erneuern – aber dafür brauchen wir mehr Macher, weniger Jammerer. Seine Kritik bringt auf den Punkt, woran es vielen Betrieben fehlt: einer großen, mutigen Vision und dem Willen, sich zu verändern.
Als Vermittler von Weingütern sehe ich diese Transformation bereits in vielen Gesprächen mit potenziellen Investoren – Menschen, die nicht nur Rendite suchen, sondern einen neuen Lebenssinn, die bereit sind, Verantwortung (für Land, Kultur, Nachhaltigkeit) zu übernehmen. Und ich sehe auch Winzer, die zwar traditionsverwurzelt sind, aber den Druck spüren und langsam aber sicher bereit sind, sich weiterzuentwickeln.
Daher lautet mein Aufruf: Jetzt ist der Moment zum Handeln.
- Winzer: Schließen Sie sich nicht dem Chor der Klage an, sondern nutzen Sie Ihre Chance, Teil des Wandels zu sein.
- Investoren: Gehen Sie antizyklisch, investieren Sie mit Weitblick, und gestalten Sie mit uns gemeinsam eine Wein-Zukunft mit Substanz.
Wenn Sie über den Kauf oder Verkauf eines Weinguts nachdenken – und dabei nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kulturelle Perspektive im Blick haben – lassen Sie uns sprechen. Bei der
Heitlinger Weinbusinessberatung verbinden wir Marktkenntnis mit Menschenverstand, Strategie mit Empathie.

